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Banda Aceh – Scharia, Tsunami & Brad Pitt

„Ladies and Gentlemen – boarding completed. Thank you for choosing Air Asia.“

Wir schauten uns um, schauten einander an und wussten ganz genau was der andere gerade denkt:

Ich war die einzige Frau im ganzen Airbus 320, die kein Kopftuch trug und Mischa wohl der einzige Mann mit nur einer Frau an seiner Seite.

„Naja, Hauptsache ihr geht nicht nach Banda Aceh, die haben dort das streng Isamistische Scharia Gesetz wieder eingeführt.“

Das war eine der Reaktionen während meinen Mini Ferien in der Schweiz, als ich von unseren Indonesien Plänen berichtete. „Hmm, genau diesen Punkt steuern wir von Malaysia aus an.“

Währenddessen wurde auch Mischa in Bali vor den Extremisten im Norden Sumatras gewarnt.

Und zugegeben: das Gefühl war schon komisch, als wir im Flieger zwischen all’ den äusserst streng gläubigen Muslimen sassen, die gerade von ihrer Pilgerfahrt nach Mekka mit Stühlen, Reiskochern & Geschenken im Gepäck heimkehrten.

Unsere Skepsis legte sich aber schon bald. Als wir am Flughafen ankamen, gab’s erst mal einen Vorgeschmack darauf, was uns die nächsten Wochen immer wieder erwarten würde - einfach an anderen Plätzen mit anderen Menschen: Fotosessions.

„Hello Mister, hello Miss. Foto, Foto.“, hiess es immer wieder wenn die zurückhaltenden Indonesier sich dann getrauten. Ansonsten versuchten sie ganz einfach Papparazzi Fotos von uns zu schiessen.

Wir haben keine Ahnung auf wie vielen Facebook Seiten & Instagram Posts wir gelandet sind.

Uns wurden fremde Babies in die Arme gedrückt und die Teenies hakten sich bei uns ein, als würden wir uns schon jahrelang kennen. Und wir packten immer wieder unser bestes Lächeln aus, um ihnen mit ein wenig Zeit & Leichtigkeit, eine so grosse Freude zu machen.

Spätestens beim Besuch der riesigen Moschee und dem Blick auf die Selfie Schlange vor uns fühlten wir uns ein wenig wie Brangelina – oder eben Andrischa. 

Soviel zum Thema Konservatismus, von dem wir abgesehen vom allgegenwärtigen Desscode und den Muezzin Gebeten um vier Uhr morgens nicht viel spürten. Extremismus ist uns in Banda Aceh höchstens in Form von extremer Neugierde und extremem Social Media Verhalten begegnet. 

Die Stadt überraschte uns mit Lebensfreude & Optimismus – trotz des schweren Schicksals, das 2004 über sie einbrach.

230'000 Menschen verloren ihr Leben in einer der grössten Umweltkatastrophen der letzten Jahre. Nebst einem Tsunami Museum kann man heute noch Zeitzeugen des schweren Tsunami Unglücks in der Stadt besichtigen. So zum Beispiel das Schiff, welches kilometerweit in Landesinnere auf ein Hausdach geschwemmt wurde. Oder das 2'600 tonnenschwere Cargoschiff, das mitten in der Stadt zum Stillstand kam.

Banda Aceh hiess uns mit einer Herzlichkeit und Wärme zurück in Indonesien willkommen, wie wir sie nur selten auf unserer Reise erfahren durften. 

Und für uns ging es weiter zur nächsten Insel von 17'508, die hier den grössten (& vielleicht schönsten ;)) Inselstaat bilden.

Wusstest du schon, dass wir einen eigenen You-Tube Kanal haben, wo wir jeweils unsere Videos bereitstellen?

Hier geht's dann schon mal zum Sumatra Video.

Und falls du uns auf Instagram noch nicht folgst, dann wird es heute höchste Zeit.