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Der Lares Trek – unser Anden Highlight

 

Dick eingepackt in Skiunterwäsche, drei Pullover, eine Jacke, Daunen Schlafsack, Wolldecke drüber, Alpaca Handschuhe an den Händen und Mütze auf dem Kopf, liegen wir in unserem Zelt hoch oben in den peruanischen Anden. „Was für ein Glück wir haben, das erleben zu dürfen.“ sagt Mischa noch bevor er einschläft. „Es ist wahrscheinlich das Beste, das ich je gemacht habe.“ Stillschweigend, zu erschöpft um irgendwas zu sagen, stimme ich ihm in Gedanken zu bevor wir den Träumen verfallen. Es ist acht Uhr abends.

Als wir unseren Treck buchten, hatten wir noch keinen blassen Schimmer was uns erwarten soll. Am Vorabend des Trecks gab es ein kurzes Briefing, wo wir unsere Duffelbags bekamen, die wir mit maximal 8 kg bepacken durften. Dieses wurden dann zusammen mit den Zelten und weiterem Campingequipment auf den Rücken von Pferden oder Mauleseln geschnallt. Für uns sollte es wohl schon genug anstrengend sein, uns selbst sowie unsere Tagesrucksäcke in den Höhen der Anden zu schleppe

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Tag 1

Um vier Uhr morgens klingelt der Wecker. Irgendwie ist das so DIE Zeit in Peru, wir sind schon gefühlte 20 Mal so früh aus den Träumen gerissen worden um entweder einen Bus zu erwischen, an den Flughafen zu fahren oder eine Tour zu starten. Unser Minibus holt uns und das französische Paar, welches die nächsten vier Tage mit uns verbringen wird, ab.

Nach einer kurvigen Fahrt ist unser erster Stopp ein Markt fernab von den Touristenströmen Cusco’s. Hier werden wir Geschenke für die Andenbewohner fernab jeder Zivilisation besorgen, die wir auf unserem Treck besuchen. Dazu gehört Reis, Zucker, Cocablätter und 2 Pack Pasta (what else?!).  Dort oben gibt es nicht viel mehr als Kartoffeln, Alpacas und Lamas.

Um Energie für unseren Treck aufzutanken, gehen wir dann zuerst mal in heissen Thermalquellen baden. Und dann geht’s los, die sexy Alpacas – so der liebevolle Name unserer Gruppe – ziehen los. Nach 4 Stunden Trecking, einem Stop für’s Mittagessen und einem 5-fachen Wasserfall auf dem Weg, kommen wir in unserem Nachtlager am Bergsee an. Der erste Tag sei bloss zum Akklimatisieren und „a piece of cake“ (also voll Schoggi) sagt uns unser Guide Miguel. Na dann sind wir ja mal gespannt auf Tag 2.  

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Tag 2

Nach unserer ersten eiskalten Nacht werden wir morgens von der Crew mit einer Tasse Coca Tee geweckt. Coca Blätter sind sozusagen die besten Buddys der Anden Bewohner. Sie kauen diese meistens um mit der Höhe und dem tiefen Sauerstoffgehalt in der Luft besser zurecht zu kommen. Auch an uns ist die Höhe nicht spurlos vorbeigegangen, es fällt definitiv schwerer richtig tief zu atmen und ich bin in der Nacht ein paar Mal nach Luft schnappend aufgewacht. Wir sind hier immerhin auf 3850 Meter über dem Meeresspiegel.

 

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Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir gestärkt in den zweiten, den herausforderndsten Tag unseres Trecks. Miguel zeigt uns vom Fuss des Sees wo unser Höhenziel liegt bevor es dann wieder runtergeht. „Sieht gar nicht mal so schlimm aus“ so der erste Gedanke. Naja wir werden es sehen. Die nächsten vier Stunden geht es steil den Berg hinauf über Stock, Stein und Schiefer. Alle paar Höhenmeter zwingt uns unsere Lunge eine Pause zu machen um unseren Atem wieder zu finden. Zum Glück haben wir die Zigaretten vor drei Jahren aufgegeben! Wir geniessen den Ausblick auf den Bergsee, die Sicht ins Andental und schon bald die Schneebedeckten Gipfel und Gletscher, die uns umgeben. Beim Gipfel auf 4680 Meter haben wir unser Ziel erreicht und es geht für die nächsten zwei Stunden weiter bergabwärts wo schlussendlich unser Mittagessen schon auf uns wartet.

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Unser Nachtlager befindet sich ganz in der Nähe und nach einer Stunde Wanderung kommen wir im abgelegenen Anden Dorf an. Hier werden wir unsere Mitbringsel übergeben und eine Familie in ihrem mehr als bescheidenen Steinhaus besuchen.

Als wir in das kleine Einzimmer-Haus eintreten müssen sich unsere Augen zuerst an die Dunkelheit im Inneren gewöhnen. Strom oder Fenster gibt es hier nicht. Die Frau sitzt am Feuer und rüstet Kartoffeln. Um sie herum streichen zwei Katzen und drei Hühner. Sie und ihr Mann offerieren uns ihre selbst angebauten Kartoffeln während Miguel uns ihre Worte aus Qechua, der alten Inkasprache ins Spanische übersetzt: Sie sind 67 Jahre alt und haben acht Kinder, die allesamt die Anden verlassen haben und entschieden haben, in der nächstgelegenen Stadt ihr Leben zu führen. Sie jedoch bevorzugen das einfache Leben in den Bergen, als Selbstversorger mit Tauschgeschäften und der Verbindung zu Pachamama – der Mutter Erde. Wir sitzen noch ein paar Minuten um das Feuer herum und schauen der Frau zu, wie sie im Schnelltempo Ihre Kartoffeln schält und die Schalen den Hühnern zum Picken gibt.

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Tag 3

Es war eine glasklare Nacht mit Millionen von Sternen am Himmel. Dagegen kann jedes 5-Stern Hotel einpacken. Zum Frühstück gibt’s heute Pfannkuchen, Porridge und Kuchen. Kuchen! An dieser Stelle müssen wir euch mal etwas über das Essen während unseres Trekking Abenteuers erzählen: Wir haben jeden Mittag ein 3-Gäng Menü gegessen und Abends gab es Mindestens vier Platten mit verschiedenen Gerichten zur Auswahl. Und wie gesagt, unser Koch hat am letzten Tag einen Kuchen auf dem Gasherd gezaubert. Fragt uns bloss nicht wie! Wenn der schon so gut kocht in einer Camping Küche mit kaum Platz, Ausrüstung und Infrastruktur, stellen wir uns vor was er zaubern würde in einer richtigen Küche. Allgemein waren die drei Tage wohl mehr was man Glamping nennen würde – also „glamourous Camping“.

An unserem letzten Tag wanderten wir weiter runter ins Tal. Wo es langsam aber sicher grüner, tropischer und die Luft sauerstoffhaltiger wurde. Langsam aber sicher freuten wir uns auch auf die nächste Nacht in einem Hotel in Aguas Calientes, dem nächstgelegenen Dorf vor Machu Picchu. Wie sehr wir eine warme Dusche schätzen, wurde uns an dieser Stelle wieder einmal so richtig bewusst.

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Unsere Gründe, warum wir den Lares Trek mit Alpaca Expeditions wieder wählen würden
  • Der Lares Treck ist ein Alternativtreck zum Inka Trail, den pro Tag 500 Personen starten. Wir hingegen sahen drei Tage lang keine anderen Gringos, nur Andenbewohner und Alpacas. Zwar erreicht man nach dem Larestreck nicht direkt Machu Picchu, aber glaubt uns: Wir waren froh, uns vor Machu Picchu wieder mal zu duschen und richtig auszuruhen.
  • Das Essen: die Gerichte, die aus der kleinen mitgeschleppten und improvisierten Küche rauskamen waren ganz einfach unglaublich. Ein Hoch auf unseren Koch Armando! 
  • Der Treck war ein guter Mix aus Natur und Kultur – während man bei anderen Trecks nicht mit Andenbewohner in Kontakt kommt.
  • Alpaca Expeditions bezahlt der Trecking Crew faire Löhne und als wir die Leistung sahen, die diese für uns aufbrachte waren wir mehr als froh zu wissen, dass sie auch entsprechend entlohnt werden. Mit Alpaca Experience zu trecken ist also ungefähr so, wie wenn man im Supermarkt die fair Trade Ananas kauft.
  • Alpaca Experditions arbeitet eng mit den Bauern in den Hochebenen zusammen und unterstützt diese indem sie Ihnen faire Arbeit gibt.

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