Unsere Weltreise

In 730 Tagen um die Welt – Fragen & Ihre Antworten

...und es kommt uns vor, als wäre es gestern gewesen. Als wir in Zürich am Flughafen auf unseren ersten Flug nach Lima warteten.

Welches war euer absoluter Lieblingsort?
Konntet ihr neue Freundschaften knüpfen, die euch auch im zukünftigen Leben begleiten?
Habt ihr denn kein Heimweh gehabt?
Habt ihr euch verändert?
Verdient ihr mit eurem Blog eigentlich Geld?
Habt ihr alles im Voraus geplant & Flüge gebucht?
Wieso habt ihr kein Hotel irgendwo auf einer paradiesischen Insel eröffnet?
Habt ihr im Lotto gewonnen oder eine Bank ausgeraubt?
UND wann fängt ihr wieder an zu arbeiten?

Das sind die Fragen, die uns immer und immer wieder gestellt werden und deren Antworten wir gerne hier auf unserem Blog verewigen möchten.

Wie fühlt ihr euch?
Wie ist es, nun am ‘Ende’ einer so langen Reise zu sein?
Habt ihr auch Angst oder macht ihr euch Sorgen?

Drei Fragen, die uns relativ selten gestellt wurden. Das letzte Mal von zwei Freunden, die wir irgendwo auf den San Blas Inseln in Panama kennengelernt und nun mehr als ein Jahr später in Rom wieder getroffen haben.

Und genau diese Fragen sind mindestens genauso wichtig, wenn nicht eigentlich um einiges wichtiger als die Frage nach dem Tag, an dem wir endlich wieder arbeiten dürfen. Aber dazu später mehr.

Welches war euer absoluter Lieblingsort?

Das wäre dann gleich zu Beginn die schwierigste Frage, die wir so einfach nicht beantworten können.
Da wäre zum einen Galapagos – wie von einer anderen Welt. Eine kleine Welt, in der die Welt noch in Ordnung ist. Dann Hawaii, wo wir das erste Mal mit Zelt unterwegs waren und sowohl der Natur als auch den Menschen unvergesslich nahekamen. Da wäre dann noch Japan, wo die Kultur einfach so ganz anders und faszinierend ist. Und natürlich wird Indonesien und vor allem Bali wohl für immer einen ganz speziellen Platz in unseren Herzen einnehmen.
Mischa hat sich übrigens unser ganzes Abenteuer auf Bali von Arif unter die Haut stechen lassen. Wenn ihr genau hinschaut entdeckt ihr unter vielen Details auch unsere Lieblingsorte auf den Schildkrötenfüssen. Oder haben die Flossen?

Konntet ihr neue Freundschaften knüpfen, die euch auch im zukünftigen Leben begleiten?

Auf so einer Reise trifft man die unterschiedlichsten Menschen mit allerlei Lebensgeschichten. Unsere schönsten Erlebnisse sind immer auch mit Gesichtern verbunden.

Freundschaften, die wir fernab von zuhause aufbauen konnten, nehmen einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen ein. Auch wenn wir meist nach ein paar Tagen wieder getrennte Wege und unserer Reise nach gingen.

Wir haben schon einige Wiedersehen erlebt, sowohl in Asien in Australien wie auch hier in Italien. Und die Freude war riesig.

Habt ihr denn kein Heimweh gehabt?

So schön es ist, neue Kulturen kennenzulernen, neues Essen zu probieren, neue Sprachen zu hören – irgendwann kommt der Punkt, an dem wir das altbekannte vermissten. Es sind Momente, in denen wir kurz in Gedanken zuhause waren. Und wenn diese überhand nehmen spricht man wohl von Heimweh.

Habt ihr euch verändert?

Wenn eine 2-jährige Reise uns nicht verändert, was denn sonst?

Wenn wir einander gegenseitig diese Frage stellen, können wir sie kaum beantworten, da wir so ziemlich 24 Stunden am Tag unzertrennlich waren und uns Erlebnisse gemeinsam in verschiedenem Ausmass geprägt haben.

Was wir sicher wissen, ist dass wir sehr viel kritischer geworden sind. Kritischer in unserem Handeln, Denken & Konsumverhalten.

Wir können keine Nestle Produkte mehr kaufen, ohne an die Palmölplantagen und die aussterbenden Orang-Utans zu denken.

Wir können nicht mehr aus Einweg Plastiktellern essen, ohne an die Ozeane zu denken, in denen mittlerweile mehr Plastik schwimmt als Fische - Tatsache.

Wir können keine 5 Paar Jeans im Kleiderschrank mehr haben, von denen wir nur 2 anziehen, ohne an die Kleiderfabrikarbeiter in Kambodscha zu denken, die nach 15 Stunden Arbeit für einen Hungerlohn zu tausenden auf Lastwagen verladen werden.

Und wir können nicht mehr Dinge ansammeln - von denen wir denken, dass wir sie irgendwann brauchen - ohne an unsere 7 Sachen zu denken, mit denen wir 2 Jahre lang um die Welt reisten.

Verdient ihr mit eurem Blog eigentlich Geld?

Mit dem Blog direkt verdienen wir kein Geld. Irgendwann in Südamerika haben wir entschieden, diesen Blog für uns, Freunde & Familie und allen die es interessiert zu schreiben. Es sollten keine «10 Dinge, die du hier & dort gemacht haben musst» Artikel sein, sondern Geschichten, Gefühle & Erinnerungen.

Um einen Blog zu monetisieren geht viel Zeit auf Social Media etc. drauf. Schon jetzt nehmen Texte, Fotos & Videos viel Zeit in Anspruch. Aber wir sehen dies als unser Reisetagebuch, das wir mit jedem teilen, der gerne dabei sein möchte.

Manchmal konnten wir auch dank unserem Blog von Vergünstigungen profitieren, was unserem Reisebudget natürlich zugute kam.

Was uns unheimlich gefreut hat, ist dass wir im Januar von Kuoni angefragt wurden, um einen Artikel für ihr «Elsewhere KUONI» Magazin zu schreiben. Den Artikel über Japan auf 2 Doppelseiten inklusive eines kleinen Rezepts findet ihr ab Mitte Juni in jeder Kuoni Filiale und ab Juli am Flughafen.

Habt ihr alles im Voraus geplant & Flüge gebucht?

Bei der Reiseplanung im Voraus hat Mischa eine ziemlich genaue Liste erstellt über Route, Länder & Orte. (Mischa ist übrigens auch bekannt als Mr. Excel)

Die Liste hatten wir immer zur Hand, wenn wir einen Anhaltspunkt brauchten - Anfangs öfters und zum Schluss praktisch nicht mehr. Ursprünglich war auch die Südsee & Neuseeland eingeplant. Was wir wohl auf eine nächste längere Reise verschieben dürfen. Was nicht geplant war, war Myanmar, Korea & Japan, Orte die wir jedoch nicht missen wollen.

Und dank allgegenwärtigen WiFi und Internet konnten wir spontan Flüge buchen. Ein Around-the-World Ticket hätte uns in unserer Route zu sehr eingeschränkt, da man nur eine gewisse Anzahl von Stopps machen, nur mit auserwählten Airlines fliegen & niemals auf der Weltkarte zurückfliegen kann.

Wieso habt ihr kein Hotel irgendwo auf einer paradiesischen Insel eröffnet?

Glaubt uns, es ist nicht so, dass dieser Gedanke uns nie gepackt hat. Vor allem Mischa sprudelte nur so von Ideen für Hostels, Restaurants & andere gastronomische Highlights. Es ist ein Traum von uns, irgendwann mal etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Doch das wird dann ein neues Abenteuer & Kapitel sein.

Habt ihr denn im Lotto gewonnen oder eine Bank ausgeraubt?

Nein, unser Reisegeld war zu 100% erarbeitet und diszipliniert erspart. Dadurch, dass wir Zuhause alles verkauft haben, uns abgemeldet und Abos sowie Versicherungen kündeten, haben wir so gut wie keine monatlichen Fixkosten. Lediglich die Auslandsversicherung, für die wir zu zweit monatlich 140 CHF bezahlen, ist natürlich unerlässlich.

Es gibt zahlreiche Tipps & Tricks, wie man auf Reisen ‘sparen’ bzw. das Budget einhalten kann. Darüber könnten wir wohl mittlerweile ein Buch schreiben.

So hätten wir in Hawaii zum Beispiel für 150 CHF in einem Hotel übernachten können aber wir entschieden uns bei Walmart ein günstiges Zelt zu kaufen, uns das Geld zu sparen und im gleichen Zug um eine Erfahrung reicher zu sein.

In Japan haben wir jeweils gewartet bis das abends Sushi im Gourmetladen nur noch die Hälfte kostete, haben dann ordentlich zugeschlagen & es uns im Hostel gemütlich gemacht.

UND wann fängt ihr wieder an zu arbeiten?

Komischerweise eine der Fragen, die uns ziemlich oft und gleich zu Anfang gestellt werden. Sie ist auch ziemlich leicht zu beantworten:

Andrina fängt Anfangs August wieder an zu arbeiten. Im Januar 2018, als für uns bereits klar war, dass wir Richtung nach Hause & Europa wollen, kam ein Jobangebot von ihren vorherigen Arbeitgebern. Es gibt diese Momente im Leben, in denen man realisiert, dass alles zur genau richtigen Zeit auf einem zukommt. Das war wohl einer davon.

Mischa ist fleissig auf Jobsuche. Die letzten Wochen hatten wir Zeit, an den Bewerbungsunterlagen zu feilen und einige Bewerbungen sind sogar schon raus.

Wie fühlt ihr euch?

Wie ist es, nun am ‘Ende’ einer so langen Reise zu sein?

Habt ihr auch Angst oder macht ihr euch Sorgen?

Es ist zugegeben ein komisches Gefühl. Wenn wir zurückblicken, fragen wir uns wo die Zeit geblieben ist. Wir schauen zurück auf wertvolle Erfahrungen und gemeinsame Erlebnisse, die uns nichts und niemand nehmen kann. Wenn wir Bilder Facebook & Instagram sehen, von Orten, deren Gerüche wir kennen, drückt es uns aufs Herz – Fernweh. Wenn uns Freunde nach Tipps fragen, weil sie gerade ihren Bali Urlaub planen, würden wir uns am liebsten in deren Koffer hüpfen & mitreisen.

Und wenn wir nach vorne blicken, freuen wir uns auf ein Zuhause. Auf Zeit mit der Familie. Auf einen Alltag – vielleicht. Wir freuen uns auf das was kommt. All das was wir erwarten. Und noch mehr auf das Unerwartete. Wir freuen uns auf alles was uns die Zukunft bringt und vertrauen darauf, dass wir auch dort Zauber & Magie erleben werden ...denn unsere Zukunft ist, was wir draus machen.