Indonesien, Java, Postcards, Unsere Weltreise

Karimunjawa – ein 3-jähriger Traum wird Wirklichkeit

September 2014 – irgendwo auf Bali: „Vegesst die Gili Inseln. Im Norden von Java gibt es eine Inselgruppe. Kaum Touristen, weisse Strände und eine wundervolle Unterwasserwelt.“ Seit uns vor 3 Jahren eine Freundin einer guten Freundin einer Freundin (usw) von diesen Inseln erzählte, war der Karimunjawa Virus in unserem Kopf gepflanzt.

3 Jahre später sind wir nach einer Nacht und Nebel Aktion auf der Überfahrt nach Karimunjawa. Um zwölf Uhr nachts wurden wir von einem Minibus in Yogyakarta abgeholt. 5 Stunden sollte die Fahrt zum Hafenort Jepara dauern. Unser Fahrer raste so sehr, dass wir bereits nach 4 Stunden da waren. Zum Glück hatten wir nicht viel von der Raserei mitbekommen, da wir die meiste Zeit zuhinterst im Minibus zwischen Schultern und Rucksäcken tief und fest schliefen. 

Wenige Stunden später befanden wir uns also auf der Fähre, die uns ins Paradies befördern würde. Zusammen mit Hühnern, Schweinen, Instantnudeln & Klopapier traten wir die fünfstündige Überfahrt an. Denn alles, was die Menschen dort zum Leben brauchen muss ja irgendwie hin transportiert werden. Ausser Fisch, Mini Baby Bananen & Kokosnüsse. Das gibt's zu genüge auf den Inseln. 

Zu unserer Überraschung hatte die Fähre ein riesiges Sonnendeck, auf dem wir uns einen Liegestuhl ergatterten und den noch fehlenden Schlaf der letzten Nacht aufholen konnten. Die 5 Stunden vergingen also im Schlaf.

Wir sind immer wieder überrascht wie schnell die Zeit beim Reisen vergeht. Unzählige Bus- und Schifffahrten haben wir schon hinter uns, bei deren antritt wir dachten: "Was? So lange??" in 9.9 von 10 Fällen dauerte die Reise dann sogar noch einige Stunden mehr als angekündigt. Klar! Willkommen im Rest der Welt, wo die Zeit aus Gummi besteht und vollkommen flexibel ist. Doch immer wieder vergehen die Stunden im Flug. Wenn wir dann irgendwann wieder zurück in der Europa sind, machen wir so einen kleinen Wochenendausflug mit 5 Stündchen Autofahrt ins Burgund, Elsass oder Piemont - egal Hauptsache Wein - also mit links. 

Nun aber zurück nach Asien, genauer gesagt irgendwo zwischen Java & Borneo. 

„Ihr habt Glück.“ Meint der Mitarbeiter des Hostels, in dem wir ein Zimmer gebucht hatten. „Heute ist der erste Tag an dem wir wieder Strom haben. 3 Tage lang ging gar nichts mehr und auch das Benzin für die Generatoren und Roller ist uns ausgegangen.“

Als wir dann an der Insel Tankstelle vorbei fuhren, stand die halbe Insel mit riesigen Kanistern Reihe, um sich vor der nächsten Benzin Dürre zu wappnen. Und für die nächsten Tage stand wieder das "Leer" Schild vor der Tanke. 

Bereits als wir den Transport von Yogyakarta aus auf die Inseln buchen wollten, wurde uns klar wie abgelegen diese sind. So kann es sein, dass wegen hohem Wellengang eine ganze Woche lang keine Schiffe die Inseln ansteuern oder verlassen und diese völlig von der Zivilisation abgeschottet sind. 

„Welcome to the Island.“ Genau das wollten wir. Islandfeeling! Unsere 9 Tage Inselleben war geprägt von Kokosnussschlürfen, Hängemattenliegen, Rollerfahren, Fischessen & Mückenspraysprayen. Viel mehr gibt’s dazu nicht zu sagen, ausser dass unser 3-jähriger Traum von Karimunjawa Wirklichkeit wurde.

Leider hat auch dieses Paradies zwei Seiten. Indonesien ist nach China der zweigrösste Verschmutzer unserer Ozeane. Pro Minute (ja genau, pro Minute!) landen 6 tonnen Plastik alleine in Indonesien im Meer! Irgendwo wird er dann wieder angeschwemmt. Wir zeigen euch zuerst den paradiesischen Blickwinkel. Und gleich darunter folgt die traurige Realität.

Hier geht's zu unserem Java Video  mit ein paar Eindrücken aus Karimunjawa

Wusstest du schon, dass wir einen eigenen You-Tube Kanal haben, wo wir jeweils unsere Videos bereitstellen?

Und falls du uns auf Instagram noch nicht folgst, dann wird es heute höchste Zeit.