Flores, Indonesien, Postcards, Unsere Weltreise

Labuan Bajo – hinein in den sicheren Hafen von Flores

„3 more hours“, sagte der junge Mann hinter dem Steuer. Er sah nicht älter aus als 20. Ein Teenager. Und steuerte die mehrere hundert Tonnen schwere Fähre von Sumbawa nach Flores.

Die Überfahrt dauerte 8 Stunden. 8 Stunden in denen wir Indonesien pur auf allerkleinstem Raum komprimiert erleben durften.

Da waren duzende Verkäuferinnen, die Reis, undefinierbare Snacks und süsse Mangos für 30 Rappen verkauften.

Da waren junge Männer im hinteren Teil des Boots versammelt, die aufgeregt mit tausenden Rupiah, ein paar Rappen, dem Glücksspiel verfallen sind.

Da waren hunderte Küken in Kartonschachteln – grün, orange, pink & blau eingefärbt – ja, während den 8 Stunden hat unser Herz auch ein bisschen geschmerzt.

Da waren Familien, die ihre Decken auf dem Boden ausbreiteten und kreuz & quer übereinander schliefen, ihren Kindern puren Zucker zum Lutschen gaben und den ganzen Müll dann einfach in hohem Bogen von Bord warfen.

Da waren kreischende Hähne mit an Bord, die sicherstellten, dass niemand mehr als 30 Minuten schläft.

Da war die Crew, die sich im oberen Stock mit Filmen auf einem 60 Zoll Flachbildschirm vergnügten.

Da war Mischa, der sich zwei Pfeiler suchte und unsere Hängematte montierte.

Und da war eben dieser eine Teenager, der uns sicher an Vulkaninseln und am Komodo Nationalpark vorbei in den Hafen von Labuan Bajo schiffte.

Hier waren wir also. In Flores. Bereit eine neue Insel und vor allem den Nationalpark zu erkunden. Wir hatten grosse Pläne, wollten einen Roller mieten und die Insel auf eigene Faust & frei wie zwei Vögel bereisen.

Doch manchmal kommt es anders als gedacht. Uns wurde einmal mehr gezeigt, dass Pläne dazu da sind, um geändert zu werden - dies ist übrigens nicht wirklich Mischa's Lieblingsmotto. Auf so einer Reise mutet man dem Körper doch schon so einiges zu und die Strassenküchen gehen nicht immer spurlos an einem vorbei. So hatte Andrina einmal mehr mit Magen Käfern zu kämpfen.

Hierzu ein kleiner, so ziemlich auf den Punkt gebrachter Auszug aus dem Kapitel 'Körper' von 'Gebrauchsanweisung für die Welt'. Das Buch wurde uns vor unserer Abreise gleich in doppelter Ausführung geschenkt:

"Vorbildlich wäre es, wenn er, der Body, sich in Bombenform befände. Damit er es mit den Zumutungen des Weg & Davon aufnehmen kann: der Schlaflosigkeit, dem Jetlag, den Abgassschluchten, den fünfzehn Kilo Rückenlast, der Hitze, der Enge, der Kälte, der Nässe, den Läusen, den fünf Millionen Viren, der Drangsal der Massen, den freien Radikalen, den Taschendieben, den Halsabschneiderun, dem Paarsein, dem On-the-road-Sein, mit allem eben aufnimmt, was -einschüchtert. Wohl der Grund dafür, warum so viele sich als Gesamtpaket über einem Strand mit Hotelanschluss abwerfen lassen. Da lauern keine bösen Überraschungen. Aber auch keine bestechenden..."

Die nächsten Tage verbrachten wir also gezwungenermassen im Hafen von Flores auf unserem Boatel - eine Mischung aus Hotel & Boot, welches fest in einer malerischen Buch geankert war.

Eine der traumhaftesten Unterkünfte unserer ganzen Reise. Das Boot ankerte 10 Minuten Bootsfahrt entfernt vom Hafen in Labuan Bajo wo es zum Glück den einen oder anderen Italiener gab, der mit seinem Ristorante unserem Herz & unserer Seele ziemlich grosse Freude machte.

Hier waren wir also im sicheren Hafen von Flores. Und der liess uns offensichtlich so schnell nicht mehr los.

Hier geht's zu unserem Sumbawa und Flores Video

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